Abschluss des SI Projektes Timbuktu / Nothilfe Mali

Nothilfeprojekt ist beendet doch die Hilfsbedürftigkeit in Mali ist weiterhin groß

 


2012 wurde zur Unterstützung der Bürgerkriegs-Flüchtlinge aus Timbuktu, Mali aufgerufen, die Zuflucht in der Hauptstadt Bamako fanden und von den Clubschwestern der Clubs in Bamako betreut wurden. Insgesamt konnten durch den Hilfsfonds 16.731 Euro überwiesen werden, davon 5.000 Euro aus dem Katastrophenfonds des Hilfsfonds. Der Kontakt zu den Soroptimistinnen in Bamako wurde und wird über Tineke Gröbe-de Vlaming gehalten. Vor einigen Wochen wurde ihr durch die Programmdirektorin des Clubs Bamako Lumière folgender Bericht zugestellt:


Deutsche Übersetzung :


Soroptimist International
Club Alliance, Timbuktu

Es ist mir eine Ehre und eine Freude, Euch diesen bescheidenen, kurzen Bericht zukommen zu lassen über unser Überleben in einer der größten Krisen unseres Landes. 

Die Anwesenheit von Djihad und Terroristen innerhalb unserer Grenzen hat die ganze Nation von Mali und insbesondere unsere Region furchtbar geschlagen. 

Wir konnten dem Machtmissbrauch, insbesondere gegen Frauen, nichts entgegensetzen. In der Stadt Timbuktu mussten wir hilflos zusehen, wie unsere Schwester in aller Öffentlichkeit 100 Peitschenschläge bekam und wie der Arm unseres Bruders abgeschlagen wurde. Wir saßen im Dunkeln, ohne jede Kommunikation (Radio, Fernsehen, Telefon, Internet). Unter einem unbeschreiblichen Terror.

Dann wurden wir gezwungen, mit unseren Familien aus der Stadt zu fliehen. Auf dem Weg nach Bamako oder in andere Städte weiter südlich mussten wir alles zurück lassen. Dort gab es viele Probleme wie Unterbringung, Kosten für Gesundheitsfürsorge, Schule, Transport usw. Die soroptimistische Freundschaft war ein Segen für uns. Die Clubs Lumière und Espoir haben uns mit offenen Armen empfangen und sie haben einen Notruf innerhalb SI Europa gestartet. SI Europa und unsere befreundeten Clubs in Österreich und Deutschland haben keine Mühe gescheut, um uns zu helfen. Alle überwiesenen Gelder wurden von den Clubs in Mali in kollegialer Weise verwaltet und wir als Mitglieder haben davon profitiert, wie auch viele weitere Schwestern, die aus dem Norden geflohen waren. 

Als wieder Ruhe eingekehrt war, haben sie uns Geld gegeben, damit wir zurückkehren konnten und unsere Patenmädchen unterstützen. Gott sei Dank ist eine große Anzahl von uns wieder zurück in Timbuktu. In einer Sitzung haben wir beschlossen, unsere Aktivitäten wieder aufzunehmen und dies in den Medien bekannt gegeben. 

Wir haben die Gelegenheit genutzt, um unseren Mädchen ihre Schuluniformen und Schulausrüstungen wieder auszuhändigen. Sie sind im 6., 7. und 8. Schuljahr. 

Die traurige Wahrheit ist aber, dass Timbuktu eine tote Stadt geworden ist. Alles wurde zerstört und muss wieder aufgebaut werden. Die Bombe eines Selbstmordattentäters hat in vielen Häusern, darunter auch von einigen Sorores, große Zerstörungen verursacht. 

Alles ist teuer, der Transport bleibt schwierig, der Frieden ist bescheiden und viele sind traumatisiert. 

Wir wollen uns am Wiederaufbau der Stadt beteiligen mit Hilfe von einigen kleineren Projekten, wie zum Beispiel die Unterstützung von Frauen und Mädchen, die Opfer des Krieges geworden sind. Wir wollen gegen Gewalt in den Schulen und die Stigmatisierung von zurückgekehrten Kindern angehen, die Kapazitäten unserer Mitglieder stärken, das Zentrum für Taubstumme und unterernährte Kinder unterstützen, für den Frieden und den sozialen Zusammenhalt sensibilisieren und behinderten Schülern eine geeignete Erziehung angedeihen lassen. Die hier aufgezählten Aktivitäten würden sich auch positiv auf die Inklusion und den sozialen Zusammenhalt auswirken. 

Wir zählen immer noch auf die besondere Aufmerksamkeit, die Ihr uns immer entgegen gebracht habt. Möge der Allmächtige den Frieden bei uns und in der ganzen Welt herbeiführen. Es lebe Soroptimist International. 

In aller Freundschaft
Die Präsidentin
Maiga Zeinabou Mint Jiddou.

Timbuktu, 30.Juli 2014



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